Dienstag, 6. November 2018

Wildfleck gewinnt eine Schlacht im Kampf um die Isar

Die interessantesten Geschichten, sind immer die, die man nicht in der Zeitung liest. So gab es im Kampf um die wilde und freie Isar eine zweiwöchige Schlacht im Hintergrund der Anti-AfD-Demonstration #wehretdenanfängen. Wildfleck konnte erstmals einen Sieg erringen und dem Eroberer der Isar, Benjamin David, einen wichtigen strategischen Stützpunkt entziehen.

Aber von vorne: Seit Jahren schwelt an der Münchner Isar zwischen Cornelius- und Prinzregentenbrücke ein Kampf zweier Anschauungen. Den meisten Menschen gefällt die Isar wie sie ist, als naturnahes Landschaftsschutzgebiet "Isarauen" mit schönen Aussichten. freien Liegeflächen, großen Freiräumen ohne Werbung und Informationsüberfluss. Anderen Menschen gefällt sie nicht, sie wollen mehr Beton, Bauwerke, Gastronomie. Diese anderen Menschen haben sich schon vor Jahren angekündigt durch "die urbanauten", bestehend aus ihrem Frontmann Benjamin David und Ulrike Bührlen. Diese betreiben die erste Großgastronomie an der Isar mit dem Namen "Kulturstrand", wofür sie von der Stadtverwaltung kostenlos die Bestlage am Vater-Rhein-Brunnen  gestellt bekommen. Wildfleck als Vertreterin der stillen Naturgenießer hat die Fakten über die urbanauten veröffentlicht. Der Kulturstrand wirft in drei Monaten einen hohen sechsstelligen Gewinn ab. 

Das wäre alles nicht verwerflich, wenn sich die urbanauten als normale Gastronomen um eine Lizenz bemühen würden. Sie machen jedoch für sich massiv Lobby, um den Isarraum zu "beherrschen" und einen "Un-Ort" zu erobern. Ihre Sprache ist so gar nicht achtsam, sondern ziemlich aufhetzend. Anwohner werden schon mal als Spaßverderber bezeichnet, die halt wegziehen sollten, wenn es ihnen nicht passte. Einem Dialog mit Andersdenkenden und Andersfühlenden weichen die urbanauten seit Jahren aus. Was die urbanauten wollen, kann man in der sogenannten "Tutzinger Erklärung" nachlesen. Vorbild ist der Wiener Donaukanal. Dort gibt es eine Partymeile, die in München bereits mit dem "Isarinselfest" umgesetzt wird.  Und es gibt die Gastromeile, die in Wien als "Donau-Ballermann" bekannt ist.

Die Lobby der urbanauten erreicht den Stadtrat direkt. Früher war der SPD-Oberbürgermeister Schirmherr, dann der CSU-Bürgermeister Schmid. Die FDP hat am Kulturstrand schon ihr Sommerfest veranstaltet. Die treibende Kraft der Ballermanisierung der Isar sind jedoch die Grünen, aus derem urbanen Milieu die urbanauten stammen. Die urbanauten nutzen den Kulturstrand als Rahmenveranstaltung für ihre politische Lobbyarbeit. Sie veranstalten politische Diskussionen, vor allem um neue Gastroprojekte wie dem "Isarflussbad" voranzutreiben, das sie betreiben wollen. Die "Isarbelebung" durch ihre Gastro wird in einem "Pavillon der guten Dinge" kommuniziert. Das ganze ist eine Spielwiese der urbanauten als politische Vorfeldorganisation der Grünen, die im Laufe der Jahre durch diese Suggestivwerbung viele Menschen für sich einnehmen konnte. Höhepunkt war eine Wahlkampfveranstaltung der Grünen für den Bundestag 2017.




Gastrolobby der urbanauten: Katharina Schulze, Gülseren Demirel und Margarete Bause und unten Benjamin David im Gespräch mit Grünen-Funktionären. Alle Top-Shots an einem Ort.

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Das alles wäre nicht so schlimm, wenn sich die Münchner Grünen für die schöne, wilde Isar einsetzen würden. Tun sie aber nicht. Sie stimmten gegen den Erhalt des Landschaftsschutzgebiets, für einen Großbiergarten im Maxwerk, für das Monsterprojekt eines "Klenzestegs" direkt an der Weideninsel und der Zubetonierung der Isarufer ohne Grün. Dass sie damit die CSU als natürliche Beton-und-Bauwirschaftsvertreterin und Förderer des örtlichen Wirtevereins anziehen, ist ihnen noch gar nicht bewusst geworden. Benjamin David manipuliert diese unbedarfte Truppe seit Jahren in seinem Sinne und gewinnt immer mehr Macht über die Top-Spots der Isar.

Benjamin David hatte immer Unterstützung von ganz Oben. Eigentlich sind nämlich politische, auch Lobbyveranstaltungen in den Isarauen rund um den Bayerischen Landtag verboten. Es handelt sich um eine politische Ruhezone, auch "Bannmeile" genannt. Schon am 26.01.2011 schrieb das Bayerische Staatsministerium des Innern, der "Kulturstrand" diene nicht der "öffentlichen Meinungsbildung" und unterfalle deshalb nicht dem Versammlungsgesetz (Az. ID5-1204-51).  Und der Landtag vertrat diese Ansicht auch zur Wahlkampfveranstaltung der Grünen. Der Freibrief führte dazu, dass es die urbanauten 2018 richtig krachen ließen und sich nicht mehr sehr um Auflagen für ihre Partyzone kümmerten. Die örtliche Bezirksinspektion lässt das Format seit Jahren laufen, was die Nachbarn auch mitbekommen.

Während der Nicht-Kulturstrand-Zeit machen die urbanauten Aktionen, um sich im medialen Gedächtnis zu halten. Sie sind immer auf der Suche nach neuen Plätzen für ihre Gastro- und Lobbytätigkeit. Man bekommt das frühzeitig mit. So gab es vor der Landtagswahl einige Großdemonstrationen in München, die sich gegen die Partei "Alternative für Deutschland" richtete. Auch diese Demos waren eine Art Wahlkampfveranstaltungen für die sogenannten "Linke", zu der sich auch die Münchner Grünen zählen. Die urbanauten nutzten das Feindbild AfD bereits beim Corso Leopold für eine Farbbeutelaktion. Es war klar, dass die urbanauten den Anti-AfD-Hype für sich nutzen werden. Und tatsächlich organisierte Benjamin David bei einer AfD-Veranstaltung in Wambach eine Demo mit "Family and Friends", provozierte dort seinen Rauswurf, ließ sich von der Polizei abführen und stellte sich als Opfer der AfD dar. Ein nicht inszeniertes Video über diesen Vorfall  befindet sich auf youtube.

Wildfleck war aufgrund dieses Opfer-Stunts davon überzeugt, dass eine Aktion kurz bevorstand. Und wie bestellt: Mit #wehretdenanfängen wurden eine Großdemo mit 10.000 Besuchern und ihr Ort bekannt: der Bürgermeister-Erhard-Brunnen auf der Maximiliansbrücke: absolute Bestlage and der wunderschönen Schwindinsel. Ein weiterer Brückenkopf der urbanauten für ihren Eroberungsfeldzug. Jedoch innerhalb der Bannmeile. Und das war die Chance für Wildfleck.

Inzwischen hatten sich einige stille Naturgenießer gemeldet, die sich an einem Netzwerk für den Erhalt der wilden Isar beteiligen wollten. Man muss wissen, dass sich diese eher ruhigen und in sich gekehrten Menschen nicht gerne organisieren und Massenaufläufen ausweichen. Die Politik achtet auf diese Menschen wenig, bevorzugt werden die lauten Menschen, die in Gesellschaft aufgehen. Trotzdem waren einige der Idee nicht abgeneigt, eine Gegendemonstration zu machen. Wildfleck beantragte also die Zulassung einer Mini-Demo am Tag der urbanauten-Demo und zwar am Osteingang des Bayerischen Landtags. Der Landtag lehnte ab und Wildfleck klagte nun beim Verwaltungsgericht München mit der Aussage, eine Versammlung an der Westpforte ginge auch. Eine Gleichbehandlung mit den urbanauten müsse hergestellt werden. Damit kam Wildfleck in den Bereich der Judikative, für die noch kein Einfluss der urbanauten nachgewiesen konnte. Die Exekutive (Innenministerium) und Legislative (Landtag) hätte die urbanauten mit großer Wahrscheinlichkeit wieder gewähren lassen.

Überraschenderweise entschied das Verwaltungsgericht für Wildfleck.


Wildfleck hätte also die Chance bekommen für die Wilde Isar zu werben. Die Landeshauptstadt München hatte das noch 2017 am Vater-Rhein-Brunnen mit Hinweis auf die Bannmeile verboten. Leider reichte der Landtag Beschwerde ein. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hob die Entscheidung des Verwaltungsgerichts auf, vor allem aus Gründen der Verkehrssicherheit. Es stellte klar, dass die Bannmeile grundsätzlich bestünde.



Dadurch gab es Rechtsprechung zum aktuellen Einzelfall. Die ansonsten klagefreudigen urbanauten hätten keine Chance gehabt, den Platz zu besetzen. Die Isar konnte also gerettet werden. Wie die Schwindinsel nach dieser Großdemo ausgesehen hätte, können sich Kulturstrandbeobachter gut vorstellen.

Benjamin David änderte dann den Ort und bekam das Maxmonument. Seine Geschichte des armen AfD-Opfers kaufte ihm die Münchner Abendzeitung ab. Er bekam für seine Demo wichtige moralische Unterstützung des Vereins Lichterkette und Frau Charlotte Knobloch. Er schaffte es, einen großen Teil der Maximilianstraße sperren zu lassen, von der die Hälfte leer war.


Und mit den üblichen Pressemitteilungen und Journalistengesprächen konnten die urbanauten alias Benjamin David und Ulrike Bührlein das Märchen von der gemeinnützigen Kulturorganisation in die Welt setzen, die eine Demonstration für Liebe und Frieden und gegen die "Neonazipartie AfD" mit "einigen Tausend" oder 5.000 Teilnehmern organisiert hätte.  Die Schanklizenz für den Kulturstrand ist durch diese gefakte moralische Aufwertung gesichert.

Den Platz innerhalb der Bannmeile bekamen sie aber nicht. Ein Marsch auf den Landtag fand nicht statt. Was hätte Benjamin David dafür gegeben, diesen Platz auf der Maximiliansbrücke für sich bekommen zu haben. "Historische Aktion" hätten wir heute den Medien entnehmen können. Oder "Isarleuchten" im Angesicht des "faschistischen" Landtags.

Stattdessen war der 5. November 2018 ein Festtag für alle stillen Naturgenießer an der Isar. Ein Hochamt der Herbstgefühle in noch intakter Natur, eine Erweiterung der Vorstellungswelt, Spaß und Freude an wunderschönen Orten. Erstmals gab es sportliche, fitte PolizistInnen mit Radln an der Isar. Rambo-Radler stiegen ab. Hundehalter nahmen Leinen raus. Alte, Junge, eine Lebensfreude ohne Streit. Politik fand im Landtag statt, der Vertretung des Volkes. Lobbyisten und Kommerzialisten wurden nicht gesichtet. Erholung pur. Danke Freistaat Bayern, wir glauben wieder mehr an Dich. Urbanautenfreie Zonen steigern das Wohlbefinden und senken die Krankheitstage der arbeitenden Bevölkerung. Schützt die Isar!

















Donnerstag, 1. November 2018

Aufruf zur Gegendemonstration zu #wehretdenanfängen am 5. November 2018


Wildfleck ruft alle Liebhaber der Isar und Naturgenießer auf, gegen die Kundgebung #wehretdenanfängen am 5. November rund um die Maximiliansbrücke aufzubegehren und ihr Missfallen an Massenevents aller Art an der Isar auszudrücken.

Infos zur Massendemo #wehretdenanfängen

Die Demonstration erfolgt nicht im Block, sondern im Schwarm von Einzelpersonen. Es wird keine Versammlung im herkömmlichen Sinne, sondern eine geistige Zusammenkunft starker Großstadtpersönlichkeiten, die sich nicht organisieren müssen, um zu bezeugen.

#wehretdenanfängen ist eine Veranstaltung der immer gleichen Eventorganisatoren in München. "die urbanauten" erobern wieder einmal öffentlichen Raum, stören den Verkehr und nerven ihre Mitmenschen, die sich nicht für ihr Thema Massenevents interessieren. Mit dem "Kulturstrand" haben sie bereits Unfrieden an die Isar gebracht und Menschen, die hier seit Jahrzehnten leben von einem erholsamen und anregenden Platz vertrieben. Für sie wurden schon ganze Straßenzüge gesperrt. Die Münchner müssen diesem Klamauk machtlos zusehen.

Mit #wehretdenanfängen überschreiten "die urbanauten" wieder einmal Grenzen. Sie penetrieren den Landtag mit einem "Lichtdom" (Scheinwerfer) und werden in die Bannmeile marschieren. An der Isar herrschte immer Frieden und man wurde von Politik verschont. Niemand, der sich an die Isar zurückzieht ist an aufdringlichen politischen Meinungsmachern interessiert. Wir wollen uns bewegen, lachen und freuen und nicht im Fackelzug umherziehen oder in der Masse grölen. "die urbanauten" müssen unseren gemeinsamen Stadtraum respektieren. Sie sollen für ihre Events übliche Werbung schalten wie es andere auch tun.

Wildfleck hat eine Minidemo am Osteingang des Landtags beantragt. Der Landtag sagte nein. Das Verwaltungsgericht München ordnete an, die Demo auf dem Rasen an der Westpforte zuzulassen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hob diese Entscheidung wieder auf. Wildfleck darf also keine Versammlung abhalten. Laut Begründung würde diese den Verkehr stören. Für "die urbanauten" werden zwei Trambahnlinien eingestellt und der Verkehr am Maxmonument lahmgelegt.

"die urbanauten" haben also auch Einfluss auf die Justiz. Sie beherrschen den Münchner Stadtrat, sind mit dem OB auf Du und strecken ihre Fühler nun in Richtung Landtag aus, um wervollen Isargrund für sich zu reklamieren. Sie haben sich bereits für drei "Kulturstrände" und weitere Eventzonen an der Isar eingesetzt und wollen auch das "Isarflussbad" betreiben.

Gegen diese moderne Landnahme muss Widerstand geleistet werden und sei es nur durch den üblichen Isaraufenthalt in kontemplativer Schau. Jeder Spaziergänger an der Isar zeigt, dass ihm diese "Hetzdemos" im Jahr 2018 sonst wo vorbeigehen und sie dem Oberurbanauten Benjamin David einen schönen Urlaub wünschen. urbanauten und sonstige "Eroberer" unserer gemeinsamen Isar: Haut ab und hetzt woanders!












Mittwoch, 24. Oktober 2018

Totenkopf-Badeverbot am Wehrsteg



Der Wehrsteg, einer der Ikonen der Isarbewegung und Wahrzeichen Münchens ist ab sofort mit einer auffälligen Totenkopfbeschilderung versehen.







Die schöne Lichtinstallation in den Dunkelstunden ist somit durch eine Ikone des Todes ergänzt. Die todbringende Isar, die jeglichen Aufenhalt am Wehr -und sei es bei aktuell 40 cm Wasserstand- zum Lebensrisiko werden lässt. Das fällt auf, das soll erkannt und verinnerlicht werden. Danke für diesen Hinweis, den keiner braucht

Vorbei die Zeit als man sich unbeschwert und frei dem Badegenuss hingeben konnte. Die martialischen Schilder lassen einen erschauern und an eine Giftgasfabrik denken, die auf der Stelle Menschenmassen exterminiert.









Schön war die friedliche Zeit am Wehr ohne diese Tafeln. Die Isar wurde, sie musste als friedlicher Fluss wahrgenommen werden angesichts der Jahrzehnte ohne nennenswerte Unfälle angesichts der Massen von Badenden, die dort verweilten und ihr kleines Glück genossen.



Dass die Isar schnell anschwellen kann, ist klar. Jeder vernünftige Mensch weiß das und erkennt die Gefahren. Es ist wie in den Bergen oder im Straßenverkehr. Risiken sind vorhanden. Sie werden bewusst missachtet oder unbewusst verdrängt oder nicht wahrgenommen.

Dass man einen ganzen Bereich verschandelt und das mit Schildern aus der Giftgasbranche, ist Übermaß. Die Schilder müssen wieder weg; die Erholungssuchenden an der Isar sollen sich wohl fühlen und nicht ständig an den kommenden Tod denken müssen. Wildfleck muss also wieder einmal alles unternehmen, damit ein weiterer Baustein der Isarzerstörung zurückgenommen wird. Wir fordern wildes Baden in der wilden Isar.

Dienstag, 23. Oktober 2018

Werbung der Duken & von Wangenheim AG wird geprüft





Die Abendzeitung (30.09.2018) und die Süddeutsche Zeitung (19.10.2018) haben über die Werbeanlage der Duken & v. Wangenheim AG berichtet. Zur Erinnerung: Die Werbetafel verstößt gegen die Landschaftsschutzverordnung Isarauen. Eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde ist (noch) nicht bekannt.

Es ist erfreulich, dass sich der Bezirksausschuss Bogenhausen der Sache angenommen hat. Die Prüfung im Sinne einer Selbstverpflichtung der Behörden zu einer rechtmäßigen Verwaltung des Landschaftsschutzgebiets Isarauen führt hoffentlich zu mehr Kontrollen und Beseitigungen rechtswidriger Werbeanlagen.

Zur Klage noch eine Klarstellung: Die Klage wurde beim Amtsgericht München eingereicht und der Gerichtskostenvorschuss bezahlt. Im schriftlichen Vorverfahren nach § 276 ZPO teilte der Richter mit, es bestünde keine zivilrechtliche Anspruchsgrundlage aus Art. 141 Bayerische Verfassung und damit würde die Klage zurückgewiesen. Daraufhin hat der Kläger die Klage zurückgenommen.

Die stillen Naturgenießer, die im Landschaftsschutzgebiet nicht von Werbung gestört werden wollen, sind im Ergebnis rechtlos gestellt. Obwohl sie Steuern zahlen und sich am gesellschaftlichen Leben beteiligen, müssen sie materiell rechtswidrige Werbung hinnehmen und können nicht dagegen vorgehen. Dass die Behörden nichts gegen die Werbeanlage der Duken & v. Wangenheim AG unternehmen, zeigt das Problem auf: Die Interessen eines Gewerbetreibenden werden höher gewichtet als die Interessen vieler stiller Naturgenießer, die das Ganze in demütiger Geduld hinnehmen wie so viel an der Isar. Dass ohne Rechtsschutz der Leidtragenden einer Korruption Tür und Tor geöffnet ist, lässt Schlüsse auf die Entwicklungsstufe unseres Rechtsstaats zu .

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Massentod von Isarfischen - Strafanzeige

An die Staatsanwaltschaft München I

Strafanzeige wegen Verstoß gegen § 17 Tierschutzgesetz.

Wildfleck als gemeinnützige Natur- und Tierschutzorganisation zeigt folgende Straftat an:

Massentötung von Fischen in der Isar durch rechtswidrigen Eingriff in den Wasserhaushalt.

In den Medien wurde diese Massentötung bekannt, z. B.

Bayerisches Fernsehen vom 10.10.2018
Süddeutsche Zeitung vom 11.10.2018.

Die Staatsanwaltschaft München I ist zuständig und dazu verpflichtet, diese Straftat aufzuklären und zu verfolgen. Es handelt sich um ein Verbrechen.

Wildfleck erinnert bei dieser Gelegenheit auch an die Strafanzeige vom 12.03.2018, auf die keine Reaktion Ihrerseits erfolgte. Wir veröffentlichen diese Strafanzeigen im Internet und hoffen, die Staatsanwaltschaft zur Erfüllung ihres gesetzlichen Auftrags zu bringen.

Mit freundlichen Grüßen


Wildfleck gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt)
Sitz: München
Amtsgericht München: HRB 222 825
Gesellschafter-Geschäftsführer: Dr. Stefan Franz Karl Engelsberger


Strafanzeige § 17 Tierschutzgesetz
Tierhatz im Nymphenburger Schlosspark mit Tötungsfolge


Sehr geehrte Damen und Herren,

mit E-Mail vom 15.02.2018 haben wir bereits Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt.  

Anlage 1: Strafanzeige vom 15.02.2018 per E-Mail

Mittlerweile wurde weitere Tötungsdelikte in den Medien bekannt.

Anlage 2: SZ vom 18.02.2018 „Tödlicher Biss“

Anlage 3: tz vom 16.02.2018 „Trauer um gerissenen Rehbock“

Anlage 4: AZ vom 25.02.2018 „Schon wieder: Reh ... gerissen“

Im Internet und Rechercheportalen gibt es eine Vielzahl weiterer Artikel zur Problematik. Die zuständigen Behörden lassen diese strafbaren Tötungsdelikte untätig zu.

Wir erweitern deshalb die Strafanzeige. Zum einen durch Erweiterung des Täterkreises, zum anderen durch die Erweiterung des Straftatbestands der Strafvereitelung im Amt (§ 258 a Strafgesetzbuch).


Täter 1:
Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen
Schloss Nymphenburg, Eingang 16, 80638 München
Postanschrift: Postfach 20 20 63, 80020 München

Täter 2:
Landeshauptstadt München
Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Abt. 5 Naturschutz
Blumenstraße 28b
80331 München


Begründung:
Der Tatbestand des § 17 Tierschutzgesetz ist nachweislich in wiederholten Fällen erfüllt. Täter ist der jeweilige Hundehalter. Mittäter sind jedoch auch die genannten Behörden, die vorsätzlich seit Jahren dieses Tötungsdelikt dulden und entgegen ihrer Aufgabe keine Strafanzeige stellen und Spuren, die zur Ergreifung der Täter führen können nicht sichern. Sie weigern sich, Maßnahmen zu ergreifen, die das Hetzen und Töten von Tieren ohne vernünftigen Grund, verhindern könnten. Im Nymphenburger Schlosspark wäre das wegen der Ummauerung ohne weiteres durch Kontrolle der Hundehalter oder einem Hundeverbot möglich. Zumal es außerhalb der Schlossmauer ein großes Hundeauslaufgebiet gibt.

Die Schlösser- und Seenverwaltung ist zur Einhaltung des Tierschutzgesetzes verpflichtet, da es sich dabei um naturschutzrechtliche Belange handelt (§ 2 Abs. 1 Verordnung über die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen (BSVV) vom 14. Dezember 2001 (GVBl. S. 22) BayRS 600-15-F). Es ist nicht geklärt, inwieweit es sich bei den Wildtieren im Park um ein Tiergehege im Sinne des § 43 Bundesnaturschutzgesetz handelt. Sollte dies der Fall sein, wären noch strengere Maßstäbe an die Einhaltung des Tierschutzgesetzes anzulegen.

Die Landeshauptstadt München ist wiederum untere Naturschutzbehörde für das Landschaftsschutzgebiet Nymphenburg (LandschaftsschutzVO Nymphenburg 881 i. V. m. Art. 43 Abs. 2 Nr. 3 Bayerisches Naturschutzgesetz). Als solche hat sie neben dem Tierschutzgesetz naturschutzfachliche Vorschriften zu beachten wie § 39 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG. In der Landschaftsschutzverordnung findet sich mit § 4 Nr. 4 eine entsprechende Vorschrift.

Aufgrund des Landschaftsschutzgebietes und der staatlichen Parkanlage kommt es zu einer Doppelzuständigkeit. Beide Behörden haben sich geäußert, die Vollendung des Straftatbestands der unvernünftigen Tiertötung untätig zuzulassen und weiterhin nicht zur Anzeige zu bringen. Dies ist Beihilfe zur Tiertötung und Strafvereitelung im Amt.

Es geht dabei nicht um die Beschränkung der Benutzung zur Erholung, sondern um die Einhaltung eines Staatsziels nach Art. 20 a Grundgesetz, das eine Konkretisierung in § 17 Tierschutzgesetz gefunden hat. Die genannten Behörden sind dazu verpflichtet, Straftaten in dem ihnen zugewiesenen Bereich zu unterbinden und anzuzeigen. In Bezug auf Wildtiere sind Ihnen polizeiliche Aufgaben zugewiesen, die sie nicht übernehmen wollen.


Wildfleck ist gerne zu weiteren Auskünften bereit und würde sich über eine Stellungnahme der Staatsanwaltschaft sehr freuen. Beiliegend erhalten Sie auch eine Satzung.


Mit freundlichen Grüßen



Dienstag, 28. August 2018

Neue Schilder auf der Mariannenbrücke. Weitere Zerstörung der Isarkultur.


Wie jedes Jahr hat auch heuer die Stadt die Ästhetik des Landschaftsschutzgebiets verändert und gegen elementare Gestaltungsgrundsätze des hochwertigen urbanen Landschaftsbaus verstoßen. Es traf die Mariannenbrücke, dem Eingangstor bei St. Lukas. Sie markierte bisher den Übergang vom verdichteten urbanen Gebiet mit einem Verkehrschaos hin zu einem Freiraum besonderer Qualität. Von der Brücke hatte man immer ungestörte Blicke auf die klarer Linienführung der Isarbecken. Es entwickelte sich beim Flaneur schon hier ein Gefühl der Erhabenheit über den Dreck der Stadt und erfüllte ihn mit tiefer Befriedigung über die offenkundige Grandezza, die München an vielen Orten noch hat. 


Damit ist es nun vorbei. Irgendjemand hat festgestellt, dass sich Radfahrer und Fußgänger kreuz und quer auf der Mariannenbrücke bewegen. Es fehlten Warnzeichen und eine geregelte Verkehrsführung. Die Stadt hat sich für das Verkehrszeichen Nr. 625 der Straßenverkehrsordnung entschieden: Richtungstafel in Kurven als Einrichtung zur Kennzeichnung von dauerhaften Hindernissen oder sonstigen gefährlichen Stellen. 


Der Eintritt ins Landschaftsschutzgebiet Isarauen erfolgt nun zwischen vier solchen Schildern. Man konzentriert sich ab sofort auf irgendwelche Gefahren, sieht Rot, geht keine Kurven mehr, sondern lässt sich durch die Mitte leiten. Weg mit dem Freiheitsgefühl. Das noch wahrnehmbare Wunder der freien Isarbecken eingezwängt von zwei physischen und natürlich spürbaren Einengungen. Farbe, Form und Material: ohne Worte.


Als öffentliches Interesse für diese Barbarei benennt man die Schaffung von Fahrradstellplätzen. Zwischen den Schildern wurden nämlich die Münchner Fahrrad-Stellagen platziert. Diese verhindern den Zugang zum Brückengeländer und damit die Möglichkeit, sich dort aufstützend in Gedanken aller Art zu verfallen und den Platz zu preisen. Die ikonenhafte Trauerweide verliert ihre einnehmende Stellung. Die Aussichtsbrücke wurde zum Fahrradabstellplatz entwürdigt. 


Alles nur der Anfang. Die Leute werden langsam an weitere Zerstörungsmaßnahmen gewöhnt. Es kommen der Umbau des Alpenvereinsgrundstücks zur Eventzone. Ebenso werden die klaren Linien der Isarbecken gebrochen und zwar mit "Balkonen" und "Treppen". Klassischer urbaner Freiraum mit der Qualität eines Landschaftsschutzgebiets wird zugestellt wie eine Rumpelkammer. 


Das neue Konzept der Umgestaltung der Isar lässt sich an vielen Stellen erkennen. Hier sehen Sie das Müller´sche Volksbad im Hintergrund vom Vater-Rhein-Brunnen aus. Für diesen Blick hat man heuer im Frühjahr den Rand der Isar total radikal gerodet. Sträucher, Holunder, Vögel, Insekten, die gesamte Wildästhetik wurde vernichtet. Das Transparent eines Sportvereins dokumentiert den Einzug der Dorfkultur in eine urbane Kernzone gelebter Individualität ohne Versammlungszwang. Die Strandkörbe: ohne Worte. 


Wenigstens kennt man die Köpfe, die diese Zerstörung der Münchner Isarkultur ersinnen und durchsetzen. Links Benjamin David, Betreiber des "Kulturstrands" (Oberurbanaut) und Elisabeth Merk, Stadtbaurätin. Vollintegriert im alles beeinflussenden Großstadtmilieu der Foodtrucks, Freitag-Taschen, Lastenräder und des vollbärtigen Craftbiers sehen Sie die Isar als Verkehrsfläche für die Zusammenführung von Menschenmassen. Stille Genießer, Flaneure, Ästheten und Denker sollen verschwinden. Es muss laut sein, schrill und vermasst und das mit entsprechenden Gestaltungsmitteln. Am meisten hassen sie Anwohner, auch wenn es nur wenige sind, die um ihren Lebensraum kämpfen. So werden Bezirksausschüsse entmachtet, Kritikern der Zugang zu bürgerlichen Beteiligungsformen verwehrt, die finanziell abhängigen Medien mit manipulierten Informationen gespeist. Man kann dieser faschistisch angehauchten Kulturzerstörung jedoch zweifellos anrechnen, dass sie seit Jahren das Fehlen jeglichen Bürgerstolzes manifestiert. Es gibt keine Lobby für das Landschaftsschutzgebiet Isarauen. Nur in Haidhausen hat sich ein Bürgertum gezeigt, das sich gegen die Errichtung eines Großbiergartens in den Maximiliansanlagen wandte. Die Abholzung schönster Bäume am Deutschen Museum hat allenfalls ein Achselzucken bei Betroffenen ausgelöst. Die Totalverkneipung im betonierten Konsumzoo wird hingenommen. 

Man kann diesen Wandel also nur dokumentieren und seine Umgebung mental aufgeben. Mir wurde gesagt, die Anwohner und Isarliebhaber hätten ja noch den Winter und Regentage, an denen wenig los sei. Natur oder ein Landschaftsschutzgebiet in der Stadt sei sowieso völlig daneben. Man solle sich da an Zürich und Kopenhagen ein Beispiel nehmen. Das freie Baden müsse endlich organisiert werden. Jeglicher Charakter eines freien, selbstbestimmten Menschen passe nicht mehr in die Zeit. Die Leute sollen sich in Gruppen und Vereinen organisieren und Gutes für die Gesellschaft leisten. Das Gute werde vom genannten Milieu vorgegeben, der Rest erledige sich von alleine.  

Früher nannte man das Gehirnwäsche. Heute heißt es Anpassungsfähigkeit. 

Dienstag, 31. Juli 2018

Isarliebhaber klagt gegen Duken und Wangenheim wegen penetranter Werbung am Oberföhringer Wehr



Mit einer Klage gegen die Duken und Wangenheim AG, einem führende Immobilienmakler, wehrt sich ein Liebhaber des Landschaftsschutzgebiets Isarauen gegen eine besonders penetrante Werbung. Hier die Klageschrift:

Amtsgericht München                                                                                                 30.07.2018




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Klage auf Beseitigung einer Werbeanlage (§ 862 Bürgerliches Gesetzbuch -BGB-)
Beklagte 1: Duken & v. Wangenheim AG, Herr Detlev Freiherr von Wangenheim,
Großjeanstr. 4, 81925 München


Die Beklagte wird verurteilt, ihre Werbeanlage am Max-Halbe-Weg 10 in München am Oberföhringer Wehr unverzüglich zu beseitigen. Die Beklagte trägt die Kosten des Verfahrens.

Sachverhalt:
Ich bin Liebhaber des Landschaftsschutzgebiet Isarauen und fahre geschätzt 50 mal im Jahr mit dem Fahrrad von meinem Wohnort im Lehel den Radweg rechts der Isar Richtung Norden. Ich komme dabei am Haus Max-Halbe-Weg 10 vorbei. Dort muss ich vom Fahrrad absteigen und es über das Oberföhringer Wehr schieben. Das war bisher nicht schlimm, da das Haus und das Wehr nach alter Bautradition in die Isarlandschaft eingebunden sind und mit den Bäumen und der Wasserfläche ein Szenario bilden, das mein Wohlbefinden steigert.

Die Beklagte hat jedoch eine großflächige Werbeanlage just an der Stelle am Haus platziert, an der Fußgänger und Radfahrer direkt darauf sehen und aufgrund des Abbremsens die Botschaft wahrnehmen. Ich fühle mich jedes Mal gestört. Die abgebildete Wohnanlage widerspricht der Wildästhetik des Landschaftsschutzgebiets mit den Bauten. Die Beklagte ist dafür bekannt, Grundstücke zu kaufen und mit solchen Ungetümen zu bebauen. Die Botschaft lautet Verdichtung durch Vernichtung von Freiräumen und Grünanlagen. Es ist jedes Mal ein emotionaler Schlag ins Gesicht, von dem ich mich einige Minuten nicht erholen kann.

Rechtliche Würdigung:
Anspruchsgrundlage ist § 862 Abs. 1 in Verbindung mit § 858 Abs. 1 BGB.

Ich bin Mitbesitzer des Landschaftsschutzgebiets Isarauen, wenn ich mich dort aufhalte und dies rechtmäßig aufgrund des Gemeingebrauchs in Art. 141 Bayerische Verfassung und den Naturschutzgesetzen.


Die Werbeanlage ist aufgrund § 4 Abs. 1 LandschaftsschutzgebietsVO „Hirschau und Obere Isarau“ verboten, da sie den Charakter des Gebiets verändert. Eine Erlaubnis nach § 5 Abs. 1 Nr. 25 wäre rechtswidrig. Verbotene Eigenmacht der Beklagten liegt vor.